Ziel des Projektes ist die Erstellung einer interaktiven Karte, auf der die Massengräber von Opfern des Holocaust verzeichnet werden. Sie umfasst ausschließlich Grabstätten, deren Standort bekannt ist, entweder weil sie als solche gekennzeichnet sind oder weil sie sich belegbar auf jüdischen Friedhöfen befinden. Aktuell umfasst die Karte das Generalgouvernement, also den Teil des besetzten Polens, der nicht in das Deutsche Reich eingegliedert wurde. Die Karte basiert auf den Daten, die vom USHMM in der „Encyclopedia of Camps and Ghettos, 1933–1945” zusammengestellt wurden.
Für ausgewählte Orte werden wir sukzessive weitere Quellen ergänzen. Es wird möglich sein, Informationen nach verschiedenen Kriterien zu suchen und zu sortieren, zum Beispiel nach Ortsnamen, nach der Zahl der Opfer oder danach, ob die Grabstätten sich auf einem jüdischen Friedhof oder außerhalb davon befinden. Darüber hinaus wird die Karte um zusätzliche kartographische Daten angereichert, die der Holocaustforschung in dieser Formerstmalig zugänglich gemacht werden. Im Zentrum unseres Interesses stehen der sogenannte verstreute Holocaust und die Erinnerung an seine Opfer. Wir befassen uns mit der Ermordung von Juden und Jüdinnen sowie von Sinti und Roma, die außerhalb von Konzentrations- und Vernichtungslagern stattfand. Uns ist dabei wichtig, die konkreten Orte in den Blick zu nehmen, an denen die sterblichen Überreste der Getöteten ruhen. Bei den auf der Karte verzeichneten Orten handelt es sich zumeist um Gräber der Opfer der „Aktion Reinhardt“. In dieser Phase des Holocaust im besetzten Polen – zwischen April 1942 und November 1943 – ermordeten die Deutschen fast die gesamte jüdische Bevölkerung im Generalgouvernement. Viele der Opfer deportierten die Deutschen zu Ermordung in die Vernichtungslager von Bełżec, Treblinka und Sobibór; nicht wenige wurden jedoch direkt in ihren Wohnorten oder in deren unmittelbarer Umgebung erschossen. Diese Orte zu beschreiben und zu verstehen, ist bislang ein Desiderat.
Für viele Massenerschießungen ist bislang nicht bekannt, wo sich die Gräber befinden. Informationen dazu, wie jüdische Massengräber aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs noch heute ermittelt werden können, finden sich auf der Webseite der polnische Stiftung Fundacja Zapomniane. Ebenso wenig gibt es eine vollständige Übersicht, welcher Orte gedacht wird oder wurde. Personen, die mit uns ihr Wissen über Grabsteine, Denkmäler oder Gedenktafeln für Massengräber von Opfern des Holocausts teilen wollen, bitten wir um Kontaktaufnahme über die folgende Mailadresse: holocaustmassgraves@dhi.waw.pl.
Hintergrundgrafiken: „Landscape of our Memory“, mit freundlicher Genehmigung von Gabriela Bulisova und Mark Isaak
Für viele Massenerschießungen ist bislang nicht bekannt, wo sich die Gräber befinden. Informationen dazu, wie jüdische Massengräber aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs noch heute ermittelt werden können, finden sich auf der Webseite der polnische Stiftung Fundacja Zapomniane. Ebenso wenig gibt es eine vollständige Übersicht, welcher Orte gedacht wird oder wurde. Personen, die mit uns ihr Wissen über Grabsteine, Denkmäler oder Gedenktafeln für Massengräber von Opfern des Holocausts teilen wollen, bitten wir um Kontaktaufnahme über die folgende Mailadresse: holocaustmassgraves@dhi.waw.pl.
Hintergrundgrafiken: „Landscape of our Memory“, mit freundlicher Genehmigung von Gabriela Bulisova und Mark Isaak
